Harley Trip – Laos 2010 – Dritter Teil

Harley Tour – Laos – 2010

Teil 3

Tag 12 – Ca 120 km rundum Phon Savanh

Frueh raus, gratis Fruehstueck im Hotel gibt es von 6.00 bis 8.30, das ist ja ziehmlich frueh fuer mich.

Danach gehts los, die Gegend erkunden.  Zuerst tuckere ich entlang der alten Landstrasse in Richtung Xiang Khouang, welches die fruehere Province Hauptstadt war, ca 42 km von Phon Savanh. Die Strasse ist sehr gut und schlaengelt sich einem kleinen Flusschen entlang durch ein schoenes Bergtal. Vorbei an der Einfahrt zum Plain of Jars Site 1, heute will ich mir die anderen Stellen ansehen, Site 2,3&4.

Ein paar km weiter, dann das Schild [Plain o J site 2 & 3,  12 km]. Also rechts ab und eintlang einer Holperstrasse. Da ich ziehmlich Angst davor habe mir in dieser Gegend einen Platten zu fahren, konzentriere ich mich hauptsaechlich darauf den grossen, spitzen Steinen auszuweichen, desshalb kriege ich eigentlich von der Umgebung nicht sehr viel mit. An einer Stelle komme ich an einer Pferde Koppel vorbei und wuensche mir, dass ich eines gegen mein Moped eintauschen koennte.

Trotz schlechter Strasse gehts weiter, mein Ziel vor den Augen. Nach ca 10 km gehts dann links ab und die Strasse wird noch schlechter. Nasser Lehm und ziehmlich rutschig. Aber beirren lasse ich mich davon nicht, bis ich dann zum letzten Huegel komme. 250 m vor dem Ziel, gebe ich dann endgueltig auf. Was zuviel ist, ist zuviel! Bergauf waere es vielleicht noch gegangen, aber dann diese Rutschbahn wieder zurueck herunter, nein, auf keinen Fall. Also ging es unverrichteter Dinge wieder zurueck auf die Landstrasse.

Site-2-time-to-turn-back250 m vor dem Ziel, trotzdem reichts jetzt!

Also Site 1 kein Problem, aber alles andere geht nur mit 4×4 oder einem guten Dirtbike!

Weiter geht es nach Xiang Khoung, durch ein phantastisches kleines Tal, zwischen frisch bepflanzten Reisfeldern durch. Wunderbare Farben und es ist ein toller Ausflug.

Die Stadt selber liegt eingekesselt zwischen Bergen und Huegeln, der Markt ist das Zentrum des Geschehens. Ein paar Touristen streiten sich um die paar Atraktionen die das Dorf zu bieten haben, die alte Stupa, eine ziehmlich mitgenommene Budha statue und ein bisschen ausserhalb des Dorfes liegt noch so ein alter verrosteter Russen – Panzer rum.

Da gerade gleichzeitig mit mir ein Bus Japaner angekommen ist und die sich gerade darum draengeln, wer am meisten Fotos von den paar Dingen machen kann, die es zu sehen gibt, steige ich gar nicht von meinem Moped ab, sondern mache gleich kehrt und mache mich, faul wie ich bin, wieder auf den Rueckweg.

Einfach eine gemuetliche Fahrt durch das Bergtal, da ich sonst ja heute nirgens hinmuss, lass ich mir Zeit und tuckere gelassen durch die kleinen Doerfer und winke allen Kindern zu ob sie es wollen, oder auch nicht. Road-to-Xiang-Khouang

Fahrt durch das Tal nach Xiang Khoung

Am Abend im Hotel treffe ich zwei Iren und Mr Yee, ihren Fuehrer, die mit Dirtbikes unterwegs sind. Sie kommen aus der Richtung in die ich will und da gibts wieder wertvolle Informationen ueber Strassen Beschaffenheit und Streckenaufteilung (von Tankstelle zu Tankstelle).

The-Irish-lads-and-their-guide-Mr.-YeeOb die wohl schlauer sind als ich?

Aber da ich mit einem Tank voll ja fast 250 km komme, mache ich mir da nicht sehr viele Sorgen. Und ihren Informationen nach sollen die Strassen super sein und kein Problem fuer mich und mein Moped darstellen. Es ist trotzdem immer wieder erstaunlich wie Strassen, die fuer einen Motocross Fahrer sehr gut sind, einem Harley Fahrer die Haare zu Berge stehen lassen. Naja, aus Erfahrung wird mann/frau dann schliesslich klug!

Tag 13

Der langste Strecken Abschnitt, ca 550 km rund um das ganze Hochplateau, und ueber 4 Paesse von Ponh Savanh – Muang Kham – Nam Neun –Viang Thong – Viang Kham schluss endlich nach Nong Khiao.

Das uebliche, ich will keinen damit langweilen, die ersten 70 oder so km nach Muang Kham, schoen gemuetlich bergab, schoene Kurven, gute Strasse, fuenfter Gang, Beine vorraus. Dann wirds kurvig, so was hab ich noch nie erlebt, fast 400 km links, rechts, bergauf, bergrunter, ein Wahrsinn, was fuer eine Fahrt. Strasse super und wenig Verkehr. Teilweise 3-4 km gar nicht schalten, ich komme aus dem 2. Gang gar nicht raus….links, rechts, links, rechts…..das nenne ich Mopedfahren, wie frueher beim Schiefahren durch die Slalom Stangen……unbeschreiblich.

Curve-#-2.345-(and-counting)Motorrad Slalom!

Irgendwo zwischen drin war dann mal eine halbe Stunde Regen. Es ist schon seltsam, wie schnell sich eine Super-Kurvenstrasse in einen Schei….rutschigen, verwinkelten Bach verwandelt und wie schnell eine traumhaft unberuehrte Landschaft zur Gottverlassenen Gegend wird, wenn es so richtig pisst und mann weit und breit alleine ist………naja, gehoert dazu, auch der Zweifel ob es wirklich eine gute Idee war, in der Regenzeit loszufahren, gehoeren eben zum Biker Alltag.

Aber kaum hoert der Regen auf, ist die Welt wieder in Ordnung und bin mir wieder sicher, dass es eine gute Idee war!!!

Und dann kam der Tritt in den Hintern, wenn ich diesen Mr. Yee erwische, der mir von einer guten Strasse erzaehlt haben, dann gibt es saures…. Irgendwo zwischen Viang Thong und Viang Kham hoert dann der Asphalt auf und weiter geht es ca 60 km ueber einen Holperweg. Mr. Yee: (yeeluanglasa@hotmail.com), Du wirst irgendwann noch mal was von mir zu hoeren bekommen. Pausenlos frage ich mich ob ich vom richtigen Weg abgekommen bin, aber jeder den ich frage sagt mir dass ich richtig bin, in Richtung Luang Prabang. Allerdings sind sich keine zwei Menschen in dieser Geged ueber die Entfernung einig. Ich kriege alles zwischen 100 km, 500 km und 3 Tagen!?! zu hoeren.

Naja, wenigstens stimmt die Richtung und ich holpere weiter durch die Gegend.

Da kommt dann am Strassenrand das Schild, welches mich darauf hindeutet dass die Leute hier in der Gegend stolz darauf sind, dass es wilde Tiger gibt. Die Rauchpausen wurden weniger und die Pinkelpausen kuerzer, wie jeder verstehen wird.

Tigers-available“We are proud to have Tigers here”

Langsam wird es spaet am Nachmittag, ich habe keinen Plan, wo ich bin und an den kleinen Pumpstation und Cola Flaschen Tankstellen wird der Sprit immer teurer.

Mittlerweile bin ich von 9.000 Kip auf 11.- und 12.000 Kip per liter, das sind jetzt schon 1 ½ USD fuer einen liter sprit (1,– USD ist ca 8.200,– Kip).

In den Bergen komme ich an wunderschoenen Bergdoerfern vorbei, aber sobald ich irgenwo im Tal oder in der Naehe eines Flusses bin, da wirkt die Bevoelkerung recht wenig Vertrauenserweckend. Die ganzen Fluesse und Baeche da oben werden massiv umgegraben, Ich glaube, da wird nach Gold geschuerft und genau so sehen Doerfer und auch die Leute aus. Wie mann es aus dem Fernseh kennt…so Goldgraeber Gestallten…aber nicht die Romantischen aus Karl May, sondern die Anderen, die nix gefunden haben und desshalb sauer sind.

Unbelievable-views-of-Landscapes-and-villagesAtemberaubende Aussichten

Nach stundenlangem Geschaukel komme ich wieder auf so einer Passhoehe an.

….Da steht eine Franzoesin mit ihrem Fahrrad, micht hauts fast vom Hocker…

Aber sie erzaehlt mir ganz froehlich, dass sie von der anderen Seite kommt, von Nong Khiao, ca 25 km weiter bergab, die Strasse sei gut und sie hat nur ganz locker einen kleinen Ausflug gemacht. Kein Grund also, ihr zu erzaehlen, dass ich, der grosse Biker und Abenteurer mit recht gemischten Gefuehlen durch die Gegend geholpert bin um an dieser Passhoehe anzukommen.

Von da an ist die Strasse wirklich wieder gut und schwupps die letzten paar km den Berg runter, wieder alles wunderbar.

Ich reite in Nong Khiao ein, ein wunderschoenes Oertchen in einem Talkessel in dem sich 2 Fluesse treffen. Fantastisch von Bergen umringt, mit einigen netten Gasthaeusern und Restaurants.

Aaahhhhh, ein kaltes Bier Lao und alles ist perfekt.

Arrival-in-Nong-KhiaoErster Blick auf Nong Khiao

Ausser den vielen km, dem teuren Benzin, den Tigern und den furchterregenden Goldgraebern hatte ich heute auch noch meinen gefaehrlichsten Teil meiner Reise (so hoffe ich wenigstens) hinter mich gebracht.

Gleich nach der Abzweigung in Muang Kham, geht es ueber einen kleinen, 5 meter hohen Huegel, dahinter steht so ein Wasserbueffel mitten auf der Strasse.

Turn-off-in-Muang-Kham-and-ascend-to-the-Waterbuffalo-hillAbzweigung in Muang Kham und Auffahrt zum Wasserbueffel-Huegel

Mit quietschenden Reifen, komme ich so 30 cm vor ihm zu stehen. Er sieht mich noch eine Weile doof an bevor er sich vom Acker (Strasse) macht.

Und so ging es den ganzen Tag weiter. Da ich mich nicht an die Ortsnamen erinnern kann habe ich die Doerfer desshalb nach den Tierarten benannt die mir vors Moped gelatscht sind und an denen ich es jedesmal gerade um Haaresbreite geschafft habe, vorbei zu kommen und damit ihr und mein Leben zu retten.

Da war dann das Dorf der 3 kleinen Schweinchen, das Kalb-Dorf, das Hund-Dorf welches 20 meter weiter in das Enten-Dorf umbnannt wird, dann kam das 2 Huehner und ein Gockel Dorf, das grosse Schwein-und Ziegen-Dorf und zum guten Abschluss dann noch das Depp-Dorf.

Im Depp-Dorf waren aus irgendeinem Grund noch mehr Leute am Strassenrand wie sonst normal, eigentlich muessen es alle gewesen sein die da gewohnt haben koennen.

Alle Winken und jubeln, und ich …linke Hand stolz erhoben… begruesse sie alle freundlich. Da springt ploetzlich Depp auf die Fahrbahn und gibt mir einen Handschlag…..Mir hat es fast die Schulter ausgekegelt und beinahe waere ich vom Moped gepurzelt. Ich war zwar zum Glueck recht langsam unterwegs, aber 30 km/h reichen, wenn mann sich nur mit einer Hand am Lenker festhaelt und ploetzlich und ueberraschender Weise von Depp so herzlich begruesst wird.

Naja, ich hab mich durchgeschaukelt und wie es Depp geht weiss ich nicht, hab nicht zurueck geschaut. Aber ich nehme mal an: “wir haben heute beide was gelernt!”

Tag 14

Ca 270 km Nong Khiao – nicht nach Uudom Xai – Luang Prabang

(6 km Moutainbike als Fruehsport nicht eingerechnet)

6.00 frueh Tagwache. Bevor ich losfahre moechte ich mir noch die Pathok Hoehle ansehen. Also raus aus dem Bett, rein in die Kletterstiefel und raus an die Strasse. Der Plan war, wie immer, nicht vorhanden. Irgendein Moped Fritze wird mich schon mitnehmen, fuer ein paar Geldscheine bin ich ja noch ueberall hingekommen.

Da stehe ich nun ratlos am Strassenrand und keiner nimmt mich mit! Die Harley will ich nicht starten, ich habe mehr als genug Dreck km hinter mir und ich weiss nicht wie weit die Hoehle von der Hauptstrasse entfernt ist.

Die Kneipe gegenueber wird gerade geoffnet und fuers Fruehstueck vorbereitet. Da nehme ich erst mal eine Pepsi und sammle ein paar infos.

Die Hoehle ist ca 3 km den Weg wieder zurueck und nicht weit von der Hauptstrasse entfernt. Also gut, denke ich, 3 km + 3km kann ich ja laufen, tut mir sicher gut. Los gehts. Am naechsten Hauseck ist ein Schild…Mountain bikes zu vermieten…na wer sagts denn. Ich nehm mein Fahrrad in Empfang, teste die Bremsen, druecke dem Vermieter die verlangten 20.000,– (USD 2.50) in die Hand und schon bin ich am Radeln. Komisch wie die Strassen ploetzlich viel steiler ansteigen als ich das in Erinnerung hatte. Gottseidank war der Berg zu meiner Rechten wirklich super anzusehen, mit den Morgenwolken, die sich so langsam aus den Haengen erhoben, sah er irgendwie aus, wie wenn der ganze Wald brennen wuerde und ueberall Rauch aufsteigt. Fantastischer Anblick. Da hatte ich einen Grund alle 50 meter oder so zu stoppen und noch ein Foto (vom gleichen Berg) zu machen (und wieder zu Atem zu kommen.) So viele Fotos wie heute morgen habe ich glaube ich auf meiner ganzen Fahrt bis her noch nicht gemacht, und irgendwie sehen alle gleich aus!?!

Picture-#-17-of-the-same-mountain-(seen-from-mountain-bike)Wie Rauch steigt der Morgen nebel aus den Bergen

Rechts ab und 20 meter weiter ist dann Schluss, Fahrrad abstellen, Eintritt bezahlen und es geht zu Fuss weiter, ein paar hundert meter durch die Reisfelder und dann steh ich vor dem Hoehlen Eingang. Eine steile Holz Treppe/Leiter fuehrt ca 15 m in die Hoehe bis mann in den Berg rein kann. Da drinn hat sich anscheinend im Krieg die gesamte Regierung und das Militaer Kommando der Region verbunkert.

temporary-Offroad-transportationIrgendwann gehts auch mit dem besten Mountain bike nicht mehr weiter

way-to-the-cave-Thaam-PathokFussweg zur Thaam Pthok Hoehle

Entrance-to-Thaam-Pathok-CaveDa oben gehts rein in den Berg

Die Hoehle selber ist recht interessant anzusehen (auf den Fotos ist alles leider nur schwarz!) und der Ausblick vom Eingang, raus auf die Reisfelder mit der Strasse und dem Fluss der sich durchzieht ist recht schoen. Der kurze Trip hat sich auf jeden Fall gelohnt. Zurueck ins Dorf, Fahrrad wieder abgeben.

Der Verleiher war ganz entsetzt als er mich schon wieder sah. Er dachte es sei was mit dem Fahrrad nicht in Ordnung, da ich es so schnell wieder zurueck gebracht hatte. Sofort wollte er mir ein Anderes andrehen, aber keuchend versuchte ich ihm zu vermitteln, dass das Fahrrad schon ok war, ich aber nicht und dass ich fuer heute genug geradelt sei, was er zwar nicht verstanden hat, aber eben, er hatte ja sein Geld schon.

Moped satteln, mich Verabschieden und los gehts in Richtung Luang Prabang.

Erst will ich noch einen kleinen Abstecher machen und Uudom Xai anschauen. In Pakmong rechts abbiegen und noch einmal hoch in die Berge, ca 85 km nach Nord Westen, dass sollte dann der noerdlichste Punkt meiner Reise werden. Aber da wird nix draus. Je weiter ich komme um so schlechter wird die Strasse. Starke Regenfaelle in den letzten paar Tagen haben ganze Teile der Strasse unterspuelt und im Fluss versenkt. Alle paar km war ein Erdrutsch quer ueber die Strasse. Ich mache ein paar dieser Wasserloecher und Schlammschlachten mit. Irgendwann sehe ich dann vor mir die schwarzen Regenwolken und auf der Strasse wieder so ein Schlammloch.

Only-possible-way-in-and-out-of-Oudomxai-and-more-rain-clouds-approachingDer einzige Weg nach und von Oudom Xai und mehr Regenwolken am Himmel

Oudom-Xai-is-not-that-important,-time-to-turn-backSo wichtig kann Oudom Xai gar nicht sein

Wenn ich mir Vorstelle, dass die einzige andere Strasse aus Oudom Xai raus, nach China fuehrt und wenn ich mir weiter Vorstelle dass bei einem weiteren Regenguss die Strasse zurueck dann ganz weg ist, dann ist der Entschluss recht schnell gefasst: So wichtig is Oudom Xai nicht. Kehrt Marsch und die selbe Schlammschlacht wieder bergrunter. Die ca 40 km rauf und dann wieder runter haben mich den ganzen Vormittag gekostet, es ist 1.00 Uhr als ich wieder in Pakmong ankomme.

Von da an geht es wieder auf der N#13 nun endgueltig nach Luang Prabang.

Ca 110 km, die Strasse von altbekannter Qualitaet und mit strahlendem Gesicht und nach vorne gestreckten Beinen geht es recht flott dahin. Super, endlich wieder einmal Gasgeben. Ein bisschen ueber eine Stunde spaeter bin ich in Luang Prabang.

Eine wunderschoene Stadt und fuer Asiatische Verhaeltnisse sehr sauber. Ueberall Tempel (WATs) und Pagoden. Schoen restaurierte Kolonialzeit Haeser sind im ganzen alten Stadtkern in Gasthaeuser und Pensionen umgebaut. Ich habe kein Problem ein kleines nettes Gasthaus zu finden (mit ueberdachtem Parkplatz fuers Moped). Ich steige im Suam Keo Guesthouse ab. Wunderschoenes Holzhaeuschen, nette, sehr saubere Zimmer, heisse Dusche, Fan, gutes Bett…alles was ich brauche. USD 10.—

Beautifull-old-town-center-in-LP,-green-and-cleanGepflegte, saubere Strassen im Zentrum der Altstadt, Luang Prabang

Eingecheckt und zufrieden mit dem Ergebnis, kuemmere ich mich erst mal wieder um mein Motorrad. Da ich in den Bergen recht langsam unterwegs war habe ich natuerlich fuer die gemachten km die doppelte Zeit gebraucht und desshalb denke ich dass der Oelwechsel nach ca 1200 km kein Schaden sein kann, und war er auch nicht.

Das Oel war schon ziehmlich dunkel. Also gerade zur rechten Zeit. Auch noch waschen lassen und dann mit Ehrenrunde durch die Stadt und dann ab auf den Parkplatz. Harley hat fuer die naechsten 36 Stunden Ferien. Morgen solls zu Fuss los gehen, durch die Stadt der 1000 Tempel, das werde ich per pedes durchdruecken.

Gleich die Strasse runter finde ich ein nettes Garten Restaurant, das Antique House Restaurant und da wird das billigste Bier in ganz Laos verkauft. 7.500 Kip ( unter 10.000 oder mindestens 8.000 gibt es das normalerweise nicht) Da habe ich viel Geld gespart.

Zum Abendessen habe ich mir am Strassenrand von einer netten, alten, kugelrunden Lao Frau ihre Sandwiches andrehen lassen. Ein normales gutes Laotisches Essen im Restaurant kostet so um die 25.000, mein Sandwich kostet 15.000 und ich brauchte 2 um satt zu werden, gut das ich vorher beim Bier gespart hatte.

Und dann die ganze Nacht Durchfall. Ich bin mir sicher, dass die gute Frau ihre eigenen Sandwich noch nie gegessen hat. Mit so einem Durchfall haette sie nie so kugelrund werden koennen.

Tag 15

0 km (aber mindestens 10 gelatscht) Die Wats, Tempel und Pagoden sind wirklich wunderschoen, aber eben sehr viele davon. Irgendwann sehen sie dann alle irgendwie aehnlich aus. Nach dem ich den ganzen Vormittag herumgeklettert bin und alles fotografiert hatte was ich brauche um zu beweisen, das ich hier war, gebe ich mich geschlagen und ueblerlasse die Kloester wieder den Moenchen, wovon es in Luang Prabang ja auch mehr als genug gibt.

Wat-Thaam-Phousi-on-the-highest-hill-in-the-center-of-Luang-PrabangDer hoechste Punkt in Luang Prabang

Beautifull-budhist-statues-are-all-over-the-placeBeeindruckende Budhistische Statuen stehen ueberall rum

Auf meinem Weg durch die Stadt habe ich auch von einigen knuddligen, kleinen Maedels die obligatorischen Backpacker Armbaender gekauft. Die Dinger sind zwar nichts wert, kosten dafuer aber um so mehr. So eine geflochtene Plastikschnur kostet gleich mal USD 3.75, nicht schlecht der Specht, dafuer waren die kleinen Maedels alle sooo suess.

Jetzt habe ich ein Armband fuer: viel Glueck, eines fuer: Geld fuer die Schule, eines fuer: Geld fuer die Familie und noch eines fuer: viel Glueck und damit ich wieder hier her zurueck komme. Das naechste fuer: Geld fuer die Schule habe ich dann nicht mehr gekauft, da ich den Spruch ja schon kannte.

Trotzdem, wie gesagt, Luang Prabang ist wirklich die schoenste Stadt die ich bisher in Asien gesehen habe. Wirklich sehenswert.

Da ich meine Toiletten-nacht nicht unbedingt wiederholen wollte, entschied ich mich fuer ein Abendessen in einem der am teuersten aussehenden Restaurants. Im Bakery & Pizza House Luang Prabang, direkt an der Hauptmeile. Die Pizza fuer 70.000 Kip war steinhart und ausser dem wabbligen Teil in der Mitte, eigentlich nicht ohne spezial Werkzeug essbar. (Viel Erfolg im Bakery & Pizza House Luang Prabang…und als Geschaeftsidee fuer Luang Prabang Liebhaber: Zahnarzt praxis nebenan, duerfte gut laufen!) Das Bier kostet genau doppelt soviel wie in “meiner Stammkneipe” um die Ecke von meinem Gasthaus. Da bin ich dann auch gleich hin und habe versucht den Bier-Durchschnittspreis so gut wie moeglich zu senken.

Tag 16

230 km Luang Prabang nach Vang Vieng

Um 4.00 wurde ich von massiven Regenstuermen aufgeweckt. Ich bin nicht ganz sicher ob es heute weiter geht. Also Musik so laut aufdrehen, damit ich und warscheinlich alle restlichen Gaeste im Hotel, den Regen nicht mehr hoeren und umdrehen, weiterschlafen.

9.00 immer noch starker Regen. Berichten zufolge gab es schwerste Berg-Rutsche auf der Strecke zwischen Vientiane und Luang Prabang. Touristen, die fix und fertig eintrudeln erzahlen Horror Geschichten von 23 Stunden Busfahrt/Warten/Fahrt. Verzweifelten Aussagen nach zu schliessen ist anscheinend die gesamte Strecke von hier bis Vang Vieng zugeschuettet! Um 10.00 hoert es zwar auf zu regnen aber neue und staerkere Regenfaelle werden vorrausgesagt, so sagt zumindest mein Wirt, der gerne moechte dass ich noch ein paar Tage bleibe.

Mit einigen Zweifeln im Bauch ueber die Weisheit meines Entschlusses, mache ich mich trotzdem ans Koffer packen und Moped satteln.

Um 11.00 verabschiede ich mich von den gastfreundlichen Leuten im Suan Keo Guesthouse und mache mich trotz aller Warnungen auf den Weg. Die Option, bald wieder zurueck zu sein, lasse ich mir allerdings offen. Andererseits ist es ja recht einfach sich auszurechnen, dass wenn es nochmal und staerker regnet, dann geht morgen gar nix mehr und ich sitze wirklich fuer einige Zeit hier fest.

Also, ab gehts, erst so ca 150 km auf der N#13, wieder ueber die Berge nach Phou Khoun.

Da befindet sich 1. ein grosser Markt, den ich mir ansehen will und 2. die Abzweigung, bei der ich beim herweg rechts abgebogen bin um nach Ponh Savanh zu kommen. An dieser Kreuzung schliesst sich also dann der Kreis und von da an geht es auf bekannten Strassen wieder den Weg zurueck nach Vang Vieng.

Ich habe ja in meinen frueheren Berichten mehr als genug ueber die Strassen, deren Beschaffenheit, die tausenden von gigantischen Kurven, die Bergdoerfer, Kinder usw geschwaermt. Trotzdem hatten es die ersten 120 km von Luang Prabang nach Phou Khoun noch einmal so richtig in sich. Alles bisher Dagewesene wurde noch einmal uebertroffen. Einfach unbeschreiblich.

So 30 km bevor ich die bekannte Abzweigung erreiche geht es dann los. Da waren wirklich massive Erdrutsche ueber die ganze Strasse abgegangen. Da muss der halbe Berg runtergekommen sein. Ich kann mir vorstellen, dass hier die Fahrt letzte nacht, bei Dunkelheit und starkem Regen, die reinste Hoelle gewesen sein muss.

mudslide-have-been-cleared-but-slippery-as-hellGeraeumt aber immer noch ziehmlich rutschig

Trotzdem, oder gerade desshalb, Hut ab vor den Laotischen Organisatoren. Bagger, Raupen, Schneepfluege und was sonst noch alles in vollem Einsatz und die Strasse ist komplett freigeschaufelt. Was allerdings nicht bedeutet dass nicht noch mehr als Genug Schlamm den Berg und die Strasse herunterlaeuft um die ganze Sache so rutschig und schmierig wie moeglich zu machen. Ein leichter aber extreme nerviger Nieselregen setzt ein und macht alles noch schlimmer. Autos stecken ueberall fest und beladene Trucks rutschen mit blockierten Raedern rueckwaerts die Strasse wieder runter. Ich sehe zu wie ein Tank Lastwagen rueckwaerts geradewegs in den Strassengraben rutscht. Fuer Autos ist da kein Durchkommen moeglich, nicht in den naechsten Stunden, jedenfalls.

They-waited-for-hours,-I-didn't-(smile)Da werde ich gleich, stolz erhobenen Hauptes, vorbeiduesen!

Mit dem Moped, naja. Beide Stiefel als Stuetzraeder benutzend, bis zu den Knoecheln im Schlamm steckend, sehe ich warscheinlich eher aus wie so ein Schi-Bob-Fahrer, oder so, aber es geht, zwar langsam aber stetig, bergauf.

Ein paar Rutschpartien waren schon faellig aber ein Umfallen konnte bis zum Schluss verhindert werden. So machte ich meinen Weg, stolz grinsend und mit hoch erhobenem Kopf, an allen wartenden Autos, Bussen und aufgeregten Touristen, Schweinen, Huehnern, Ziegen etc. vorbei, durch all die miesen Schlamm loecher hoch und wieder runter den Berg. Ca 50 km, wovon mindestens die Haelfte eine fuerchterliche Rutschpartie war.

new-definition-of-Truck-StopDer hats dann nicht geschafft, das gibt dem Wort “Truck Stop” doch auch gleich eine neue Bedeutung

Am Markt in Phou Khoun bin ich ca 3 Stunden spaeter vorbeigerutscht.

Aber irgendwann war auch das vorbei, der ewige, nervende Nieselregen hoert auf, die Wolken lichten sich und Sonnenstrahlen kommen durch.

Die letzten 50 km den Berg runter nach Vang Vieng sind wieder ein Traum und schnell ist das ganze Schlamm-massel vergessen. Am Anfang bin ich zwar noch ein bisschen wackelig auf den Beinen. Die matschigen Schuhsohlen rutschen permanent von den Fussrastern und die Raeder und Schutzbleche sind komplett mit Lehm und Schlamm vollgestopft. Ein paar rutschige Kurven spaeter sind dann wenigstens die Reifen halbwegs sauber und ich bin bald so schnell unterwegs, dass sich der Dreck so langsam loest und (das meiste ueber mich hinweg, alles andere mir ins Gesicht) im hohen Bogen weg geschleudert wird. Ich habe also ein sich-selbst-reinigendes Moped, Dass ist gut!

Incredible-views-from-the-Road-sideUnglaubliche Aus- und Ansichten

Bei blauem Himmel und Sonnenschein geht es dann durch das wunderschoene Tal den Berg runter und froehlich in den Helm vor-mich-hin-pfeifend, wieder in Richtung Vang Vieng. Die Kinder winken nicht mehr, bei meinem Anblick, ein paar verstecken sich hinter Ihren Eltern, andere rennen hinters Haus oder krichen hinter/unter Holzstapel!?! Obwohl ich fast 6 Stunden fuer die 230 km gebraucht habe, bin ich  froh (und stolz) dass ich heute losgefahren bin. Und bald sass ich wieder in der Aussie Bar in Vang Vieng und habe mir erst mal kraeftig den Staub/Schlamm aus der Kehle gespuelt. Einige Biere spaeter und immer noch im dreckigen Zwirn und Schuh machte ich mich dann in mein altes Gasthaus auf um nach einem Zimmer zu fragen. Nachdem ich einiges von meinem Schlamm aus dem Gesicht entfernt hatte wurde ich auch wieder erkannt und freundlich begruesst.

What-a-ride!!!-back-to-Vang-ViengWahnsinn, was fuer eine Fahrt, zurueck nach Vang Vieng!

Tag 17

Bis jetzt 0 km, gemuetliches Fruehstueck, diesen Bericht schreiben und keine weiteren Plaene. Vor morgen passiert nix mehr grossartiges. Nach meiner mehr als nass genugen Rutschpartie, die ich gestern genossen habe, verzichte ich auch darauf, mit dem Schwimmreifen noch einmal nass und dreckig zu werden. Ich bin also ziehmlich sicher einer der ersten Touristen, die zweimal in Vang Vieng waren und das Tubing nicht mitgemacht und somit kein Recht erworben haben, das “Tubing-T-Shirt” zu tragen.

Da bin ich der totale Aussenseiter, aber zufrieden und am Leben.

Der 4. Teil meines Berichts wird ja bald folgen….wenn es jemandem zu langweilig wird, einfach nicht mehr hinschauen……..

Gruss aus Vang Vieng,

Cheers, and keep the rubber side down!

Werner, your Lone Brother in Laos

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One Response

  1. Wollo Says:

    Moin Werner
    der Neid begleitet dich .
    Geile Tour
    Wenn du wieder zurück bist Grüße Claus von mir.
    Wollo

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