Harley Trip – Laos 2010 – der zweite Teil….

Laos Tour: “ma leabt nur oamol”

…der zweite Teil!

…wie ich schon erwaehnt habe, das Full Moon Café in Vientiane ist einen Besuch wert. Ich habe dann am Abend zwar noch ein paar Bars entdeckt, der zweite Abend ist ja immer besser als der Erste, aber vom Hocker gehauen hat es mich nicht wirklich.

Full-Moon-Cafe-VT

Gutes Essen, kaltes Bier, sehr freundlich Kellner und free WiFi, hier drin ist der erste Teil meines Reiseberichts entstanden.

Tag 8

Vientiane – Vang Vieng

Ca. 270 km (incl. sinnlosem Umweg)

6.00 Tagwache, ich kann es kaum erwarten, dass es weitergeht. Der Hauptgrund meiner Reise ist ja Motorradfahren und das will ich heute wieder machen.

Blick in den Himmel: truebe, bewoelkt, jeder Schlauere waere wieder ins Bett, aber eben…halt jeder Schlauere, das muss ja nicht ich sein.

Taschen laden, Moped satteln und los gehts hinein in den trueben Tag.

Ich hatte geplant wiedereinmal etwas von der Route 13 zu streunen, mich bei der Stadtausfahrt rechts zu halten und ueber Keun zum Ang Nam Ngun See hoch zu fahren, da dann links halten und bei Phonhong dann auf die Hauptstrasse nach Vang Vieng zu stossen.

Leaving-VTAm grossen Denkmal vorbei und raus gehts aus der Stadt, rein in den Regen.

Ein Versuch war es ja wert. Eine Strasse habe ich ja gefunden, aber entweder habe ich mich da irgendwo verfahren oder es war wieder so ein Trick auf meiner Karte, irgendwelche Strassen rot anzumalen und dann ist es doch wieder eine Schlammstrasse. Da es mittlerweile wieder zu regnen angefangen hat und sich der ganze Lehm bei diesem Wetter in unpassierbaren Schlamm verwandelt, beschliese ich umzukehren, zurueck nach VT zu fahren und die Fernstrasse # 13 zu suchen und heute brav dabei zu bleiben.

Naja, die ersten 80 km hatte ich somit schon beieinander.

Nun geht es doch weiter, Richtung Vang Vieng. Das Wetter wird ein bisschen besser und ich habe 2 schoene Stunden fahrt. Die Strasse ist nicht so gut wie sie im Norden war aber ok, kein Problem ich komme gut voran.

Dann natuerlich so ca 50 km bevor ich Vang Vieng erreiche faengt es wieder so richtig zu regnen an. Aber ich hatte da heute ein bisschen Glueck im Unglueck.

Nach 15 min Regenfahrt hatte ich die erste Regenfront hinter mir, konnte aber den naechsten Regenschauer schon vor mir sehen.

Da hatte ich also Regen hinter mir, dann 2 km freie Fahrt und dann wieder Regen vor mir. Super, und ich mitten drin.

Rain-behind-me-and-rain-ahead-of-me

Da muss ich hin, und es regnet in stroemen!

Der Plan ist einfach: wenn ich langsam genug fahre dann bleibe ich zwischen den 2 Regenfronten und komme halbwegs trocken in VV an. Der Regen zog schoen langsam, genau in die richtige Richtung und der Plan koennte klappen. Das Problem war nur, der Regen zog etwas zu langsam weiter, somit hatte ich ca 3 min fahrt und dann wieder 15 minuten Pause bis mein “Gutwetterloch” wieder ueber mir war.

Das hat dann doch ziehmlich lange gedauert. 3 min fahrt, 1 Bier, 3 min fahrt, 1 Bier, 3 min fahrt, 1 Bier, usw….bis VV. Ich kenne jetzt alle kleinen Kneipen und dehren Verkaeuferinnen am Strassenrand, habe 19 Heiratsantraege abgelehnt, 7 Ehen versprochen und jeder kann sich vorstellen in was fuer einem Zustand ich war als ich so mehr schlecht als recht dann endlich in VV eingetrudelt bin. Das heist, erst habe ich das Dorf sogar verpasst in meiner Fahrt von Kuehlschrank zu Kuehlschrank. Ich habe das Schild erst bei der Dorf Ausfahrt bemerkt (See you again in Vang Vieng, have a nice trip…stand da drauf). Da war ich schon ein paar km ueber mein eigentliches Ziehl hinausgeschossen und meine letzten paar stops haette ich mir eigentlich sparen koennen.

Naja, zurueck wollte ich jetzt auch nicht mehr unbedingt und habe zum Glueck ein tolles Gasthaus, 30 m von der Hauptstrasse, direkt am Fluss gefunden.

Das S.C.K. Guesthouse, USD 7.50 absolut sauber, total tolle Lage und ich war der einzige Gast. Da war nur eine alte Frau und ein junges Maedchen im Dienst. Ich glaube die haben sich ein bisschen vor mir gefuerchtet als ich da in meinem Zustand mit meinem Moped durch die Tuer ins Restaurant reingefahren (gepurzelt) kam. Aber wir haben uns dann bald glaenzend verstanden und ich wurde nicht rausgeschmissen. Nach einigem hin und her, die Unterhandlungen wurden hauptsaechlich auf Deutsch gelallt, aber ich glaube meine Handzeichen sind verstanden worden, habe auch ein Zimmer gekriegt.

First-view-from-my-hotel-room-in-Vang-Vieng

Truebe Aussicht, bei Ankunft im S.C.K. Guesthaus am ersten Abend

Tag 9

20 km VV und regen bis mittag.

Ich glaube ich war richtig froh, dass der Regen mir eine Ausrede verschaffte um bis Mittags im Bett zu bleiben. Nachmittags besserte sich das Wetter ein bisschen und ich konnte ein wenig los und die Gegend erkunden.

Ich bin die 5 km zuruck bis ins Dorfzentrum und sieh da, da ist ja richtig was los.

Da gabs auch die “Aussie Bar”, kaltes Bier, viele gute Tips und nette Unterhaltung, recht gutes Essen.

Surroundings-of-Vang-Vieng-on-the-next-day

Bei schoenem Wetter sieht doch alles gleich viel besser aus

Die Hauptattracktion in Vang Vieng, ausgenommen des unglaublich schoenen Ausblicks auf die Lime stone Berge, ist das Tubing.

Das geht so: Da mietet man einen alten LKW Schlauch um 6,5 Dollar, faehrt mit dem Tuk-Tuk (locales Mini Transportmittel) so ca 5 km den Fluss hoch. Da betrinkt mann sich dann so schnell und heftig wie moeglich, ein paar joints (oderwassonstnochsoalles) duerfen dabei auch nicht fehlen. Dann wirft mann den Reifen in den Fluss, versucht hinterherzuspringen und sich daran festzuhalten. Wenn mann den Schlauch verpasst, dann ertrinkt mann, was anscheinend doch recht oft passiert. Falls mann Glueck hat und mann erwischt sein “Treibgut”. Dann klammert mann sich daran fest, oder im Optimalfall klettert mann rauf und laesst sich den Fluss runter treiben.

Da treibt mann dann an vielen kleinen Bars vorbei, wo die Besitzer die noch Lebenden an Land ziehen und noch mehr Alkohol (und/oder Drogen) einfloessen und wenn dann kein Geld mehr zu holen ist, dann werden die Passagiere wieder auf die Fahrt geschickt.

Einige haben dann Glueck und schaffen es sich im Dorfzentrum von VV wieder ans Festland zu retten, andere treiben hilflos weiter, andere kommen nie oder hoechstens woanders an. Und wenn mann seinen alten Reifen nicht bis 6.00 abends zurueckgebracht hat muss mann nocheinmal 2.50 US draufzahlen. Wenn mann in Vang Vieng “IN” sein will, dann muss mann das gemacht haben und ein T-shirt tragen, welches dieses auch bestaetigt. Am besten noch ein bisschen body-painting dazu und mann wird zum Held.

Ich habs nicht gemacht, ich hatte irgendwie noch mehr als genug von meiner Fahrt in dieses schoene Dorf, aber ich komme ja auf meinem Rueckweg wieder durch VV, vielleicht riskiere ich dann mein Leben….ma leabt jo nur oamol, odr?

Da all diejenigen, die es auf der richtigen Seite des Flusses geschafft haben sich underhalb der Stadt noch ans Ufer zu retten, dann natuerlich herauflatschen mussten, sind da den ganzen Abend noch so einige Verzweifelte an der Aussie Bar vorbeigetorkelt. Die letzten Halb-Wasserleichen sah ich so um halb zwoelf, da bin ich dann zurueck in mein Hotel und ins Bett.

Tag 10 5 km

Super Wetter, Hotel wechseln, da ich immer noch der einzige Gast im S.C.K war, bin ich mir so ein bisschen wie in Steven King’s “Shining” vorgekommen. Die alte Frau, das kleine Maedel und ich (das quietschende Kinder-Fahrrad oder Dreirad was da war hat gerade noch gefehlt).

Einchecken im Sovanaiphat hotel. USD 5.–. Neue Zimmer, absolute sauber, heisse Dusche, TV und Moped parkt in der Eingangshalle. Wunderbar.

Das Wetter ist mittlerweile gut und ich schau mir das Dorf und die Umgebung an.

Brownie-Bar-or-Smile-Bar---your-choice---the-cold-beer-is-on-the-other-side

Links zur Brownie Bar, rechts zur Smile Bar, wer die Wahl hat, hat die Qual, das kalte Bier und die laute Musik sind auf der anderen Seite!

what-about-trailer-trash

Wohnwagen zu vermieten! Gesehen in Vang Vieng Laos. Das gibt doch dem Wort “Trailer Trash” gleich eine ganz neue Bedeutung, oder?

Anscheinend war ich nicht der einzige der durch den vielen Regen gelitten hat. Da steht so ziehmlich vieles unter Wasser.

-when-business-goes-down-the-river---flooding-in-Vang-Vieng

So duerfte es aussehen, wenn das Geschaeft buchstaeblich den Bach runter geht.

no-water-shortage-in-Vang-Vieng

Keine Rede von Wasser-Knappheit in Vang Vieng

Aber ein paar Sonnenstrahlen und ein bisschen blauer Himmel lassen die Stimmung steigen. Die Umgebung von Vang Vieng ist wirklich unwarscheinlich schoen, beeindruckend. Trotzt Regenzeit, treiben sich mehr Touristen rum als ich den letzten 2 Monaten in Kambodscha gesehen habe. Das ganze Dorf feiert party und es ist wirklich richtig gemuetlich hier.

Ein paar Fotos schiessen, Abendessen und frueh ins Bett. Bei diesem Wetter will ich morgen weiter.

Tag 11 Vang Vieng – Phon Savanh

Ca. 250 km

Der absolute Wahsinn!!! Die schoenste Motorrad Tour die ich jeh gemacht habe. Die ersten 120 oder so km geht es in unzaehligen Kurven durchs Gebirge. Fantastische Ausblicke, unglaubliche Bergformationen, einfach Atemberaubend.

Amazing-views-from-the-road-between-Vang-Vieng-and-Phon-Savanh-1

Super Strassen, einige Stellen waren zwar in schlechtem Zustand, aber der Grossteil der Strecke war perfekt. Unglaublich wenig Verkehr, ich glaube ich habe 4 Autos ueberhohlt und ca 10 sind mir entgegengekommen. Ein Traum fuer jeden Motorrad Fahrer. (Falls jemand Lust hat……also ich komme wieder mit).

Amazing-views-from-the-road-between-Vang-Vieng-and-Phon-Savanh-2

Jedes Dorf malerischer als das vorherige, Kinder winken am Strassenrand. Ganze Doerfer jubeln und kreischen hinter mir her. Eine Super Stimmung.

Das groesste Problem: Vor lauter Kurven, hatte ich zu wenig Zeit zum Schauen, und vor lauter Schauen hatte ich ein paar mal fast zu wenig Zeit um die Kurven noch zu kriegen. Super Fahrt, nur zum empfehlen. Ich kann gar nicht genug frohlocken…..

Amazing-views-from-the-road-between-Vang-Vieng-and-Phon-Savanh-3

So ungefaehr 45 km vor Ponh Savanh kommen dann endlich die vorverlegten Fussraster zum Einsatz. Die Spitzkehren und Serpentinen nehmen ein Ende und da wird dann der 5. Gang eingelegt, die Beine nach vorne ausgestreckt. Gemuetlich gehts mit 2000 rpm’s, das gibt mir so ca 75/80 km/h in Richtung Ziel.

Die perfekte Strasse schlaengelt sich in vielen langgezogenen Kurven durch eine wunderbare Huegellandschaft in Richtung Provinz-Hauptstadt.

Um 3.00 komme ich in Ponh Savanh an, finde gleich ein gutes Hotel. Heute leiste ich mir ein bisschen Luxus, der perfekte Abschluss fuer einen perfekten Tag.

Heute gibts das beste Hotel am Platz: Das Anoulack Khen Lao Hotel. So richtig mit Empfangshalle, Wifi im Zimmer, Aufzug (kein Taschen schleppen) Einwandfreies Zimmer mit Lichtschalter neben dem Bett (kein Aufstehen und Lichtabschalten nach dem Lesen), Restaurant im 5. Stock, Air Con, TV, usw. usw. Einfach alles. Egal was es kostet, ich nehme es heute. Dann, sieh da USD 19.–. Was fuer eine positive Ueberraschung, das kann ich mir sogar leisten.

Ein ganz netter Kerl am Empfang spricht gutes Englisch und ich frage ihn auch gleich ueber alles aus. Ich erfahre dass es bis zu den Ebenen der Steinkruege nur 12 km sind und die Strasse soll gut sein.

Gepaeck ins Zimmer und ab gehts. Leichte Montur, rauf aufs Moped und diese Steintassen anschauen gehen.

Mitten in einer wunderschoen gelegenen Huegel Landschaft liegen dann die Sogenannten “Plains of Jars”. Es gibt da 3 oder 4 verschiedene Stellen wo mann diese Kruege findet, ich entscheide mich fuer “Site 1” da soll es die groessten und meisten geben (und ausserdem ist es am naehsten).

Faszinierend, da liegen doch so 2 ½ meter hohe Steinkruege in der Wiese rum. Die Dinger scheinen richtig alt zu sein und anscheinend weiss keiner was die jemals fuer einen Zweck erfuellt haben oder wie die dahin gekommen sind.

Unglaublich schoen, ein weiteres highlight am heutigen Tag…es koennte nicht besser kommen.

Plain-of-jars---Ponh-Savanh

Die Ebene der Stein Kruege

The-biggest-jar-is-over-2,5-meters-high

Unglaublich, die groessten der Kruege sind ueber 2 1/2 meter hoch.

Und jetzt freue ich mich auf ein gutes Abendessen, und ab in mein Luxuszimmer, das habe ich ja nicht umsonst bezahlt.

Teil 3 des Reiseberichts folgt sicher bald

Gruss aus Phon Savanh, and keep the rubberside down

Werner, the Lone Brother in Laos

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