Jul 26

Laos Tour: “ma leabt nur oamol”

…der zweite Teil!

…wie ich schon erwaehnt habe, das Full Moon Café in Vientiane ist einen Besuch wert. Ich habe dann am Abend zwar noch ein paar Bars entdeckt, der zweite Abend ist ja immer besser als der Erste, aber vom Hocker gehauen hat es mich nicht wirklich.

Full-Moon-Cafe-VT

Gutes Essen, kaltes Bier, sehr freundlich Kellner und free WiFi, hier drin ist der erste Teil meines Reiseberichts entstanden.

Tag 8

Vientiane – Vang Vieng

Ca. 270 km (incl. sinnlosem Umweg)

6.00 Tagwache, ich kann es kaum erwarten, dass es weitergeht. Der Hauptgrund meiner Reise ist ja Motorradfahren und das will ich heute wieder machen.

Blick in den Himmel: truebe, bewoelkt, jeder Schlauere waere wieder ins Bett, aber eben…halt jeder Schlauere, das muss ja nicht ich sein.

Taschen laden, Moped satteln und los gehts hinein in den trueben Tag.

Ich hatte geplant wiedereinmal etwas von der Route 13 zu streunen, mich bei der Stadtausfahrt rechts zu halten und ueber Keun zum Ang Nam Ngun See hoch zu fahren, da dann links halten und bei Phonhong dann auf die Hauptstrasse nach Vang Vieng zu stossen.

Leaving-VTAm grossen Denkmal vorbei und raus gehts aus der Stadt, rein in den Regen.

Ein Versuch war es ja wert. Eine Strasse habe ich ja gefunden, aber entweder habe ich mich da irgendwo verfahren oder es war wieder so ein Trick auf meiner Karte, irgendwelche Strassen rot anzumalen und dann ist es doch wieder eine Schlammstrasse. Da es mittlerweile wieder zu regnen angefangen hat und sich der ganze Lehm bei diesem Wetter in unpassierbaren Schlamm verwandelt, beschliese ich umzukehren, zurueck nach VT zu fahren und die Fernstrasse # 13 zu suchen und heute brav dabei zu bleiben.

Naja, die ersten 80 km hatte ich somit schon beieinander.

Nun geht es doch weiter, Richtung Vang Vieng. Das Wetter wird ein bisschen besser und ich habe 2 schoene Stunden fahrt. Die Strasse ist nicht so gut wie sie im Norden war aber ok, kein Problem ich komme gut voran.

Dann natuerlich so ca 50 km bevor ich Vang Vieng erreiche faengt es wieder so richtig zu regnen an. Aber ich hatte da heute ein bisschen Glueck im Unglueck.

Nach 15 min Regenfahrt hatte ich die erste Regenfront hinter mir, konnte aber den naechsten Regenschauer schon vor mir sehen.

Da hatte ich also Regen hinter mir, dann 2 km freie Fahrt und dann wieder Regen vor mir. Super, und ich mitten drin.

Rain-behind-me-and-rain-ahead-of-me

Da muss ich hin, und es regnet in stroemen!

Der Plan ist einfach: wenn ich langsam genug fahre dann bleibe ich zwischen den 2 Regenfronten und komme halbwegs trocken in VV an. Der Regen zog schoen langsam, genau in die richtige Richtung und der Plan koennte klappen. Das Problem war nur, der Regen zog etwas zu langsam weiter, somit hatte ich ca 3 min fahrt und dann wieder 15 minuten Pause bis mein “Gutwetterloch” wieder ueber mir war.

Das hat dann doch ziehmlich lange gedauert. 3 min fahrt, 1 Bier, 3 min fahrt, 1 Bier, 3 min fahrt, 1 Bier, usw….bis VV. Ich kenne jetzt alle kleinen Kneipen und dehren Verkaeuferinnen am Strassenrand, habe 19 Heiratsantraege abgelehnt, 7 Ehen versprochen und jeder kann sich vorstellen in was fuer einem Zustand ich war als ich so mehr schlecht als recht dann endlich in VV eingetrudelt bin. Das heist, erst habe ich das Dorf sogar verpasst in meiner Fahrt von Kuehlschrank zu Kuehlschrank. Ich habe das Schild erst bei der Dorf Ausfahrt bemerkt (See you again in Vang Vieng, have a nice trip…stand da drauf). Da war ich schon ein paar km ueber mein eigentliches Ziehl hinausgeschossen und meine letzten paar stops haette ich mir eigentlich sparen koennen.

Naja, zurueck wollte ich jetzt auch nicht mehr unbedingt und habe zum Glueck ein tolles Gasthaus, 30 m von der Hauptstrasse, direkt am Fluss gefunden.

Das S.C.K. Guesthouse, USD 7.50 absolut sauber, total tolle Lage und ich war der einzige Gast. Da war nur eine alte Frau und ein junges Maedchen im Dienst. Ich glaube die haben sich ein bisschen vor mir gefuerchtet als ich da in meinem Zustand mit meinem Moped durch die Tuer ins Restaurant reingefahren (gepurzelt) kam. Aber wir haben uns dann bald glaenzend verstanden und ich wurde nicht rausgeschmissen. Nach einigem hin und her, die Unterhandlungen wurden hauptsaechlich auf Deutsch gelallt, aber ich glaube meine Handzeichen sind verstanden worden, habe auch ein Zimmer gekriegt.

First-view-from-my-hotel-room-in-Vang-Vieng

Truebe Aussicht, bei Ankunft im S.C.K. Guesthaus am ersten Abend

Tag 9

20 km VV und regen bis mittag.

Ich glaube ich war richtig froh, dass der Regen mir eine Ausrede verschaffte um bis Mittags im Bett zu bleiben. Nachmittags besserte sich das Wetter ein bisschen und ich konnte ein wenig los und die Gegend erkunden.

Ich bin die 5 km zuruck bis ins Dorfzentrum und sieh da, da ist ja richtig was los.

Da gabs auch die “Aussie Bar”, kaltes Bier, viele gute Tips und nette Unterhaltung, recht gutes Essen.

Surroundings-of-Vang-Vieng-on-the-next-day

Bei schoenem Wetter sieht doch alles gleich viel besser aus

Die Hauptattracktion in Vang Vieng, ausgenommen des unglaublich schoenen Ausblicks auf die Lime stone Berge, ist das Tubing.

Das geht so: Da mietet man einen alten LKW Schlauch um 6,5 Dollar, faehrt mit dem Tuk-Tuk (locales Mini Transportmittel) so ca 5 km den Fluss hoch. Da betrinkt mann sich dann so schnell und heftig wie moeglich, ein paar joints (oderwassonstnochsoalles) duerfen dabei auch nicht fehlen. Dann wirft mann den Reifen in den Fluss, versucht hinterherzuspringen und sich daran festzuhalten. Wenn mann den Schlauch verpasst, dann ertrinkt mann, was anscheinend doch recht oft passiert. Falls mann Glueck hat und mann erwischt sein “Treibgut”. Dann klammert mann sich daran fest, oder im Optimalfall klettert mann rauf und laesst sich den Fluss runter treiben.

Da treibt mann dann an vielen kleinen Bars vorbei, wo die Besitzer die noch Lebenden an Land ziehen und noch mehr Alkohol (und/oder Drogen) einfloessen und wenn dann kein Geld mehr zu holen ist, dann werden die Passagiere wieder auf die Fahrt geschickt.

Einige haben dann Glueck und schaffen es sich im Dorfzentrum von VV wieder ans Festland zu retten, andere treiben hilflos weiter, andere kommen nie oder hoechstens woanders an. Und wenn mann seinen alten Reifen nicht bis 6.00 abends zurueckgebracht hat muss mann nocheinmal 2.50 US draufzahlen. Wenn mann in Vang Vieng “IN” sein will, dann muss mann das gemacht haben und ein T-shirt tragen, welches dieses auch bestaetigt. Am besten noch ein bisschen body-painting dazu und mann wird zum Held.

Ich habs nicht gemacht, ich hatte irgendwie noch mehr als genug von meiner Fahrt in dieses schoene Dorf, aber ich komme ja auf meinem Rueckweg wieder durch VV, vielleicht riskiere ich dann mein Leben….ma leabt jo nur oamol, odr?

Da all diejenigen, die es auf der richtigen Seite des Flusses geschafft haben sich underhalb der Stadt noch ans Ufer zu retten, dann natuerlich herauflatschen mussten, sind da den ganzen Abend noch so einige Verzweifelte an der Aussie Bar vorbeigetorkelt. Die letzten Halb-Wasserleichen sah ich so um halb zwoelf, da bin ich dann zurueck in mein Hotel und ins Bett.

Tag 10 5 km

Super Wetter, Hotel wechseln, da ich immer noch der einzige Gast im S.C.K war, bin ich mir so ein bisschen wie in Steven King’s “Shining” vorgekommen. Die alte Frau, das kleine Maedel und ich (das quietschende Kinder-Fahrrad oder Dreirad was da war hat gerade noch gefehlt).

Einchecken im Sovanaiphat hotel. USD 5.–. Neue Zimmer, absolute sauber, heisse Dusche, TV und Moped parkt in der Eingangshalle. Wunderbar.

Das Wetter ist mittlerweile gut und ich schau mir das Dorf und die Umgebung an.

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Links zur Brownie Bar, rechts zur Smile Bar, wer die Wahl hat, hat die Qual, das kalte Bier und die laute Musik sind auf der anderen Seite!

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Wohnwagen zu vermieten! Gesehen in Vang Vieng Laos. Das gibt doch dem Wort “Trailer Trash” gleich eine ganz neue Bedeutung, oder?

Anscheinend war ich nicht der einzige der durch den vielen Regen gelitten hat. Da steht so ziehmlich vieles unter Wasser.

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So duerfte es aussehen, wenn das Geschaeft buchstaeblich den Bach runter geht.

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Keine Rede von Wasser-Knappheit in Vang Vieng

Aber ein paar Sonnenstrahlen und ein bisschen blauer Himmel lassen die Stimmung steigen. Die Umgebung von Vang Vieng ist wirklich unwarscheinlich schoen, beeindruckend. Trotzt Regenzeit, treiben sich mehr Touristen rum als ich den letzten 2 Monaten in Kambodscha gesehen habe. Das ganze Dorf feiert party und es ist wirklich richtig gemuetlich hier.

Ein paar Fotos schiessen, Abendessen und frueh ins Bett. Bei diesem Wetter will ich morgen weiter.

Tag 11 Vang Vieng – Phon Savanh

Ca. 250 km

Der absolute Wahsinn!!! Die schoenste Motorrad Tour die ich jeh gemacht habe. Die ersten 120 oder so km geht es in unzaehligen Kurven durchs Gebirge. Fantastische Ausblicke, unglaubliche Bergformationen, einfach Atemberaubend.

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Super Strassen, einige Stellen waren zwar in schlechtem Zustand, aber der Grossteil der Strecke war perfekt. Unglaublich wenig Verkehr, ich glaube ich habe 4 Autos ueberhohlt und ca 10 sind mir entgegengekommen. Ein Traum fuer jeden Motorrad Fahrer. (Falls jemand Lust hat……also ich komme wieder mit).

Amazing-views-from-the-road-between-Vang-Vieng-and-Phon-Savanh-2

Jedes Dorf malerischer als das vorherige, Kinder winken am Strassenrand. Ganze Doerfer jubeln und kreischen hinter mir her. Eine Super Stimmung.

Das groesste Problem: Vor lauter Kurven, hatte ich zu wenig Zeit zum Schauen, und vor lauter Schauen hatte ich ein paar mal fast zu wenig Zeit um die Kurven noch zu kriegen. Super Fahrt, nur zum empfehlen. Ich kann gar nicht genug frohlocken…..

Amazing-views-from-the-road-between-Vang-Vieng-and-Phon-Savanh-3

So ungefaehr 45 km vor Ponh Savanh kommen dann endlich die vorverlegten Fussraster zum Einsatz. Die Spitzkehren und Serpentinen nehmen ein Ende und da wird dann der 5. Gang eingelegt, die Beine nach vorne ausgestreckt. Gemuetlich gehts mit 2000 rpm’s, das gibt mir so ca 75/80 km/h in Richtung Ziel.

Die perfekte Strasse schlaengelt sich in vielen langgezogenen Kurven durch eine wunderbare Huegellandschaft in Richtung Provinz-Hauptstadt.

Um 3.00 komme ich in Ponh Savanh an, finde gleich ein gutes Hotel. Heute leiste ich mir ein bisschen Luxus, der perfekte Abschluss fuer einen perfekten Tag.

Heute gibts das beste Hotel am Platz: Das Anoulack Khen Lao Hotel. So richtig mit Empfangshalle, Wifi im Zimmer, Aufzug (kein Taschen schleppen) Einwandfreies Zimmer mit Lichtschalter neben dem Bett (kein Aufstehen und Lichtabschalten nach dem Lesen), Restaurant im 5. Stock, Air Con, TV, usw. usw. Einfach alles. Egal was es kostet, ich nehme es heute. Dann, sieh da USD 19.–. Was fuer eine positive Ueberraschung, das kann ich mir sogar leisten.

Ein ganz netter Kerl am Empfang spricht gutes Englisch und ich frage ihn auch gleich ueber alles aus. Ich erfahre dass es bis zu den Ebenen der Steinkruege nur 12 km sind und die Strasse soll gut sein.

Gepaeck ins Zimmer und ab gehts. Leichte Montur, rauf aufs Moped und diese Steintassen anschauen gehen.

Mitten in einer wunderschoen gelegenen Huegel Landschaft liegen dann die Sogenannten “Plains of Jars”. Es gibt da 3 oder 4 verschiedene Stellen wo mann diese Kruege findet, ich entscheide mich fuer “Site 1” da soll es die groessten und meisten geben (und ausserdem ist es am naehsten).

Faszinierend, da liegen doch so 2 ½ meter hohe Steinkruege in der Wiese rum. Die Dinger scheinen richtig alt zu sein und anscheinend weiss keiner was die jemals fuer einen Zweck erfuellt haben oder wie die dahin gekommen sind.

Unglaublich schoen, ein weiteres highlight am heutigen Tag…es koennte nicht besser kommen.

Plain-of-jars---Ponh-Savanh

Die Ebene der Stein Kruege

The-biggest-jar-is-over-2,5-meters-high

Unglaublich, die groessten der Kruege sind ueber 2 1/2 meter hoch.

Und jetzt freue ich mich auf ein gutes Abendessen, und ab in mein Luxuszimmer, das habe ich ja nicht umsonst bezahlt.

Teil 3 des Reiseberichts folgt sicher bald

Gruss aus Phon Savanh, and keep the rubberside down

Werner, the Lone Brother in Laos

Jul 22

Ma leabt nur oamol!

Meine Schwester Babs hat mir vor ungefaehr einem Jahr ein T-shirt geschenkt, mit dem Aufdruck: Ma leabt nur oamol! Was sie wohl damit gemeint hat?

Anyway: irgendwo ende juni habe ich mein Gasthaus in Sihanouk Ville (Cambodia), das “Ocean Pearl” dicht gemacht. Mit einem lachenden und einem weinendem Auge habe ich es dem vorherigen Mieter zurueckgegeben. Die Miete war einfach viel zu hoch und Touristen waren keine da. Alles aus der eigenen Tasche bezahlen hat mir gar nicht gefallen. Nunja, ploetzlich: kein Job, kein Haus, keine Arbeit, keine Aufgabe….!!! Bei meinem Kumpel ein Zimmer mieten, kein Problem, aber was macht man mit soviel Freizeit. ….natuerlich Biertrinken! Das wurde mir nach ein paar Tagen dann auch zu langweilig. Beim Bude ausraeumen ist mir das T-shirt in die Haende gefallen: Ma leabt nur oamol! Das gab mir den Ruck! Moped satteln und ab nach Laos. Da wollte ich immer schon hin und jetzt hab ich Zeit. Also: meiner Schwester Babs und mir zum Guten: die Laos Tour: “Ma leabt nur oamol!”

Tag 1. Sihanouk Ville – Phnom Penh 240 km,

schon 100x gefahren, nix aufregendes. Fuer alle die es nicht kennen: Die Strasse ist gut, jede Menge Kuehe und Wasserbueffel sowie Hunde und eben Cambodianer auf dem Weg, die alle nur eine Verkehrsregel kennen: Wiedergeburt! Also fuer alle mitdenken und es geht schon. Wetter war mehr oder weniger gut, also kein Problem. Erste Nacht im LUX Hotel. Unglaublich preiswertes Hotel direct am Riverside. Kompletter Luxus fuer USD 30.– , einfach empfehlenswert. Naja, von nun an gehts dann wohl bergab.

2. Phnom Penh – Stung Treng 450 km

schon einigemale gefahren, nicht viel aufregendes. Wieder: fuer alle die es nicht kennen: Die ersten 70 km aus PP raus, ein haufen Verkehr, viele Baustellen und eben Wiedergeburt als einzig bekannte und wahrgenommenen Verkehrsregel. Danach geht es gut. Ungefaehr 30 km nach Kompong Cham, ueber die grosse Mekong Bruecke gibt eine Abkuerzung nach Kratie, da wuerde man sich so eine Stunde Fahrt sparen. Da es natuerlich direkt nach Kompong Cham angefangen hat zu regnen und die Sicht gleich null war, habe ich diese Abfahrt natuerlich verpasst und bin aussen rum gefahren. Vielleicht war es gut so. Mann faehrt da durch Memot und anschliessend durch die ganzen Kautschuk Plantagen, Die Strasse ist fantastisch und die Ausblicke genauso. Eine frische Briese weht, solange man durch den Wald faehrt. Super Strecke. Von Kratie nach Stung Treng ist die Strasse mittlerweile auch sehr gut, obwohl die ersten 50 km nach der Abzweigung sehr viele Baustellen sind, die nach Cambodianischer Weise einfach dadurch gekennzeichnet sind, dass einige Aeste auf der Fahrbahn liegen……..und hinter jedem Ast ist ein tiefes Loch, also aufpassen und schon geht es. Zweite Nacht: einchecken im Riverside Café in Stung Treng. Province Guesthouse um USD 5.–, was kann mann also erwarten. Aber es ist ok. Die Zimmer sind sauber, leider keine heisse Dusche, aber das Moped parkt ueber nacht in der Kneipe, das ist dann schon mal ein Vorteil.

Tag 3. Stung Treng – Pakse Ca 220 km, incl. Ueberquerung der Grenze

Von Stung Treng bis zur Grenze: kein Problem, super Strasse, schoene Landschaft, alles vom Feinsten. Bei der Ausreise aus Cambodia geht alles recht flott. Mein multiple entry business visa hilft dabei und alles ist kein Problem. Da muss ich noch zu Customs office um mitzuteilen dass ich mein Motorrad mit nach Laos nehme und dann natuerlich wieder zurueckbringen moechte. Der Officer fraegt mich ganz hoeflich um USD 10.—ich biete 5.—und da er recht freundlich ist, kriegt er dann USD 7.50 damit sich alle freuen. Auf gehts nach Laos. Zoll Formalitaeten kein Problem, ich hatte mein Visa zuvor in PP, an der Laotischen Botschaft geholt. Gueltig fuer 2 Monate, allerdings nur 30 Tage von Einreise bis Ausreise. Wunderbar, los geht die Fahrt. Ca 2 km nach der Grenze, kommt dann das Laotische Customs office, rechts ran, rein ins Buero und ein sehr freundlicher Officer kuemmert sich um mich und meine Motorrad. “ Aha, You want to stay in Laos for 7 days…..!?!” Ich schau in ein wenig entgeistert an und frage was er mit “7 Tagen” meint. Er zeigt auf mein Cambodianisches Custom papier worauf klipp und klar geschrieben steht, das die Ausreise meines Motorrades vom 18. July bis 25. July gemeldet ist. Ich nehme mein Papier wieder, zurueck zur Laotischen Ausreise, jedem erklaeren dass hier ein Problem voliegt. Ueber die Grenze nach Cambodia, wieder jedem das selbe erklaeren, …alles laechelt…. Rein zum Customs officer. Neues Papier auf einen Monat ausstellen. Noch einmal USD 2.50 bezahlen. Jetzt hat er die 10.—die er von Anfang an wollte und ich habe meine Papiere, also alle sind zufrieden, und ich mache mich wieder auf den Weg….das zweite mal ueber die Grenze nach Laos. Beim Laotischen Customs office kennen mich alle schon und begruessen mich recht freundlich. Alles wird abgestempelt, ein kleines Trikgeld fuer den Officer, der mich so freundlich darauf aufmerksam gemacht hat, dass ich in 7 Tagen wieder raus sein sollte ist faellig und alle freuen sich und los gehts zur ersten Destination in Laos. Die Mekong Wasserfalle sind ungefaehr 5 km nach der Grenze, und dieses Spektakel muss ich mir unbedingt ansehen. Schoen, da laeuft ein Haufen Wasser den Bach runter und macht einen Riesen Laerm.

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Letzter Blick auf Stung Treng, ueber die Bruecke geht es dann weiter nach Laos

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Erstes Strassenschild in Laotischer Sprache

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Mekong Wasserfaelle, kurz nach der Grenze in Laos

Naechster Stop: Die 4000 Inseln im Mekong. Ca 25 km von der Grenze. Ich fahre bis zur Bootsanlegestelle und erkundige mich nach den Moeglichkeiten die es gibt, mich und mein Motorrad auf die groesste der Inseln zu bringen. Mir wird eine Konstruktion vogefuehrt, vobei 2 Kanus zusammengenagelt wurden, mit ein paar Balken dazwischen und mir wird versichert, dass da meine 250 kg Harley, mein 50 kg Gepaeck und ich mit meinen 100 kg locker draufpassen. Da ich mich erst am Anfang meiner Reise befinde, habe ich beschlossen mein Motorrad nicht gleich im Mekong zu versenken. Ich lehne dankend ab und fahre weiter nach Pakse. Wenn ich schon all mein Hab und Gut im Mekong versenken soll, dann bitte am Ende meiner Reise, dann hatte ich wenigstens was davon. Da ich ja auf der selben Strecke zurueck kommen werde, verschiebe ich dieses Abenteuer auf spaeter. Auf nach Pakse, Strasse absolute super, kein Problem. Einchecken im …..Guesthouse, habe den Namen leider vergessen. USD 12.—relative sauber, kein Problem. Zum Dinner gehts ins Pakse Hotel. Das lokale Beef steak, genauso zaeh wie in Cambodia, das Lao Bier ist in Cambodia billiger. 1.50 die Dose ist genug, aber was solls: Ma leabt nur oamol! Beim Abendessen habe ich ein Schweizer Paerchen kennen gelernt, die mit dem Tandem unterwegs sind. Sie haben Laos mehr oder weniger hinter sich gebracht und sind auf dem Weg nach Cambodia. Wir tauschen Erfahrungen aus und geben uns gegenseitig wichtige Tips. Auch die Strassen Karten werden getauscht und das erste mal sehe ich auf einer Karte wo ich eigentlich bin. Grossartig.

Tag 4. Pakse – Savannakhet (ca 400km)

Da ich ja nun eine Strassen Karte besitze, bin ich natuerlich mutig und nehme nicht den geraden Weg (Highway No 13) sondern ich fahre ueber Pakxong nach Saravane um dann spaeter bei Napong wieder auf den Highway No 13 zu stossen und dann nach Savannaketh zu fahren. Alles in allem ca 400 km und die Strassen sind auf meiner Karte rot eingezeichnet, was fuer mich gut aussieht. Alles faengt auch wunderbar an. Die Strasse von Pakse nach Pakxong ist fantastisch. Mit vielen Kurven schlaengelt sie sich den Berg hoch. Ich erreiche das Hochplateau wo viel von dem beruehmten Lao Coffee angebaut wird. Weiter geht es auf einer fantastischen Strasse bergab nach Saravane. Durch schoene Holz und Bambus Doerfer, vorbei an lokalen Maerkten, wo Sachen angeboten werden, die ich zwar nie essen wuerde aber es ist interessant das ganze anzusehen. Wunderbar.

Rivercrossing-on-the-way-up-to-Pakxong

Kleiner Wasserfall und Bambus Bruecke auf dem Weg nach Pakxong
Gottseidank, muss ich mit meinem Moped nicht ueber diese Bruecke, ein paar Meter Flussabwaerts gibt es eine Andere, eine etwas mehr Vertrauenswuerdige Metall und Holz Konstruktion.

Kurz vor Saravane links abbiegen und den Weg nach Napong finden. Kein Problem, die Abzweigung ist da, nur leider keine Strasse mehr. Da fuehrt so ein Feldweg weiter. Das habe ich mir anders vorgestellt. Ich muss mich also verfahren haben. Nach langem umherirren in der Stadt finde ich eine Touristen-Auskunfts-Stelle. Rein und Ueberraschung, hier wird sehr gutes Englisch gesprochen. Ich frage nach dem richtigen Weg nach Napong, kriege meine Auskunft, halte mich genau an die Anweisung und bin genau 2 Stunden spaeter wieder an dem selben Feldweg, den ich das erstemal schon nicht nehmen wollte. Das muss es also wohl doch sein. Da auf meiner Karte diese Strasse ja als dicke “Rote” eingezeichnet ist, kann das dann ja wohl nur halb so schlimm sein, denke ich mal und los gehts. Tank voll und auf das beste hoffen, diese Strasse muss ja wohl nach ein paar km besser werden, schliesslich handelt es sich ja um Highway No 15. Dem war leider nicht so. Es bleibt eine Lehm und Schlamm strasse. Die ganzen 80 km bis Napong, ein Alptraum fuer Moped und Fahrer. Auf einem Dirtbike waere es sicher ein Spass gewesen, mit einer voll beladenen Harley wuerde ich das jetzt eigentlich niemandem mehr empfehlen.

Road-from-Saravane-to-Napong

Highway No 15!!!

Difficulties-to-ask-for-directions

Staub und Ziegen!!! …und ich.

Da ich mir dann doch nicht mehr sicher war ob ich auf der richtigen Strasse bin, haette ich gerne jemanden gefragt, aber das war ziehmlich schwierig!

Naja, geschafft habe ich es, Bei Napong geht es wieder auf den Highway No 13. und alles ist wieder gut. Ein scharfer Regenschauer zwingt mich eine 2 Bierige Pause einzulegen, was ich leicht verkrafte und weiter gehts nach Savannakhet. Das erste Guesthouse das ich finde: Phonevilay Hotel and Resort Riverside oder so aehnlich. USD 7.50 fuer ein Zimmer mit A/C, warmer Dusche, Kuehlschrank voller Bier und TV…nehme ich. Einchecken, diesen Bericht hier schreiben und jetzt mache ich mich erst mal auf Nahrungs-Suche. Bis spaeter.

Phonevilay-Guesthouse,-Savannaketh

Phonevilay Guesthouse in Savanaketh

Tag 5 In Savannaketh: 45 km durch das Dorf

Tankestelle suchen, Richtiges Motoren-Oel finden, Oel wechseln, Alle Schrauben nachziehen (Harley Fahrer wissen warscheinlich wovon ich rede). Ansonsten hauptsaechlich faulenzen und am Nachmittag schaue ich mir noch das Dinosaurier Museum an. Das ganze ist zwar ein bisschen uebertrieben als Museum betittelt, das ist naemlich nur ein Raum mit ein paar Knochen, aber immerhin: Ich habe noch nie einen Saurierknochen aus der Nahe gesehen und die Dinger sind wirklich ziehmlich gross. Ausserdem war mir gar nie so richtig bewusst das diese Viecher auch in Asien rumgelatscht sind, sonst hoert mann das doch eigentlich nur immer so von Amerika…(ich jedenfalls, aber da sieht man halt wie wenig mann weiss.)

big-bones-in-SavannakethGrosse Knochen in Savannaketh’s Sauriermuseum

Tag 6 Savannaketh – Vientiane Ca 500 km ueber Tahkek

Die Strecke fuehrt mich hauptsaechlich entlang des highway 13. In Tahkek einen kurzen Abstecher zur Grossen Mauer. Ich bin mir zwar nicht ganz im Klaren ob das einfach ein Stueck Felsen ist dass da wie eine gigantische Mauer aus dem Boden ragt oder ob dieses Ding wirklich als Mauer gebaut wurde. Keine Ahnung, sieht auf alle Faelle wichtig aus. Da musste ich einfach raufkraxeln. Allerdings ist auch dieser Abstecher nicht unbedingt weiterzuempfehlen falls das Fortbewegungsmittel ein grosses Motorrad ist. Ich glaube meine Sporty glaubt mittlerweile dass sie 4-Rad Antrieb hat, so wie ich damit durch’s Gelaende gurke. Aber bisher hat alles geklappt und das Moped ist immer noch in einem Stueck. Gott sei dank!

Great-Wall-in-Tahkek-and-my-4-Wheel-Drive

“Great Wall” in Tahkek und mein “Allrad Fahrzeug”!

on-top-of-the-wall-in-Tahkek

Raufkraxeln war natuerlich ein MUSS!

Danach gehts wieder auf den highway 13 und ab nach Vientiane. Annscheinend habe ich das Glueck, dass es immer kurz vor ich ein Ziel erreiche, anfaengt zu regnen. Also, meine Einfahrt in Vientiane wieder “watschelnass” und damit ist natuerlich auch die Suche nach einer passenden Unterkunft umso dringender. Bisher hatte ich ja immer Glueck, aber dieses mal so richtig Pech. Das Zimmer in diesem Syri 2 Guesthouse ist so richtig das unterste gerade noch ertraegliche. Beim einziehen musste ich erst den Muelleimer leeren, die alten stinkenden Socken von meinem Vorgaenger waren da noch drin. Die Matratze ist ausgelutscht und das Bett steinhart. Das Badezimmer ist ziehmlich schmuddelig und verschimmelt, also duschen mit Badeschlapfen. Jeder Wasserhahn tropft usw. Nicht sehr empfehlenswert und fuer 90.000Kip (knapp ueber USD 11.–) auch nicht gerade das billigste in der Gegend. Alles in allem eine 3 Dollar Absteige, aber was solls: Ich bin total nass von Kopf bis Fuss, es wird langsam dunkel und ich bin ziehmlich fertig. Also ein Biss in den sauren Apfel, morgen geht’s ja wieder weiter, eine Nacht ist zu ueberleben.

Tag 7

7.00 frueh aufwachen und grosse Vorfreude auf die Weiterfahrt. Da mein Zimmer kein Fenster hat muss ich erst auf die andere Seite des Gebaeudes um mal zu sehen wie das Wetter ist damit ich weiss was ich anziehen will. ….Stroemender Regen. Keine Weiterfahrt in Sicht und bei diesem Wetter will ich auch nicht raus um mir ein anderes Zimmer zu suchen. Also wieder rein in meine harte Pritsche und ein bisschen lesen. Um 10 Uhr ist die naechste Wetterkontrolle. Wieder nix also noch eine Nacht in Vientiane. Vientiane ist eigentlich die Hauptstadt von Laos und mann wuerde sich vorstellen, dass hier einiges los ist….ist aber nicht. Ausser Tempeln und Moenchen sind hier nur jede Menge Touristen unterwegs die alte halberfallene Haeuser bewundern und alle sind sich einig dass das schoen ist. Die ganze Mekong Riverfront ist eine Baustelle und fuer den groessten Teil ist die Sicht auf den Fluss und das dahinterliegende Thailand durch einen blauen Blech-Bauzaun verbaut. Wir hatten das ja in Phnom Penh letztes Jahr, und was dabei rauskam war wohl kaum das warten wert. Beim spazieren durch die Stadt, bitte immer auf die Strasse schauen, ein falscher Schritt und schon stehtst du in einem Haufen Hundesche…..e. Tagsueber gibt es zwar jede Menge Kneipen, die ihr gutes Essen, Wifi und tolle Atmosphaere anpreisen, nur leider ist fast nix geoeffnet. Hier ist es so als ob jeder den ganzen Tag Tempel anschauen muesste. Das Leben beginnt um 8.00 Abends und hoert um 11.45 auf. Die Oeffnungszeiten der meisten Kneipen ist von 18.00 bis 11.30. Unglaublich, und das in der Hauptstadt. Um Mitternacht werden dann die Gehsteige hochgeklappt, alle Bars, Restaurants usw zugenagelt und vergittert und alles ist dunkel wie im Mittelalter. Nachtleben in Vientiane: habe ich leider nicht gefunden aber sicher steht irgendwas gutes darueber im Lonely Planet. Warscheinlich muss ich mir doch noch so eine Backpacker Bibel kaufen.

Mehr oder weniger durch Zufall bin ich heute in das “Full Moon Café” gestolpert. Das liegt an einer Seitenstrasse ab von der Riverfront. Recht gutes Essen und Wifi verfuegbar. Hier kann ich mir den Nachmittag um die Ohren schlagen. Da dieses Café eines der wenigen zu sein scheint das tagsueber offen hat, geht es hier auch recht geschaeftig zu. Restaurant und Terrasse sind die ganze Zeit uber voll belegt. Die Kellner sind recht freundlich und das Bier ist gut gekuehlt. Jetzt ist es 15.20, und es regnet immer noch. Ich hoffe, es hoert bald auf und ich kann morgen weiter fahren.

….

Der Zweite Teil meines Reiseberichts wird bald folgen…

Cheers and keep the rubberside down

Greetings

Werner, Your Lone Brother in Laos